#111 Führung beginnt mit Haltung
Shownotes
Was macht moderne Führung im Staat wirklich aus? In dieser Folge spreche ich mit Dr. Margareta Büning-Fesel, Präsidentin der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Sie zeigt eindrucksvoll, wie sich fachliche Exzellenz, Menschlichkeit und Organisationsentwicklung verbinden lassen – und warum Veränderung nicht mit neuen Strukturen beginnt, sondern mit der Bereitschaft, Menschen wirklich mitzunehmen.
Wir sprechen über ihren Weg von der Referentin zur Behördenpräsidentin, über Facilitation als Führungskompetenz, den Mut, unbequeme Fragen zu stellen, und darüber, wie eine dienende Führungskultur entstehen kann, in der Menschen wachsen statt verwaltet werden.
Ein besonderer Moment der Folge ist ihr Blick auf das „Haus der vier Zimmer" nach Claes Janssen – ein ebenso einfaches wie kraftvolles Modell, das zeigt, warum Unsicherheit in Veränderungsprozessen kein Fehler, sondern ein notwendiger Teil von Entwicklung ist. Wer Veränderungen gestaltet, wird dieses Bild nicht mehr vergessen. Das Modell beschreibt, wie Menschen typischerweise die Phasen von Zufriedenheit, Verleugnung, Verwirrung und Erneuerung durchlaufen und wie Führung sie dabei unterstützen kann.
Mehr zum Modell der Vier Zimmer der Veränderungen von Claes Janssen findet ihr hier.
Transkript anzeigen
00:00:02: Letzts Staat.
00:00:03: Inspiration aus dem Staatsapparat mit Dorit Bosch.
00:00:06: Schön, dass ihr dabei seid!
00:00:09: Ich stelle euch inspirierende Menschen vor die mit Mut, Offenheit und Kreativität unser Staatswesen transformieren – ganz nach dem Motto
00:00:19: Wir
00:00:19: sind der Staat.
00:00:32: Heute zu Gast ist Margarita Büding-Fesl Präsidentin der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung Kurz BLE.
00:00:39: Sie verbindet fachliche Tiefe, Verwaltungshintergrund und moderne Führung auf eine Weise.
00:00:44: Ja, ich würde sagen in staatlichen Institutionen ist das selten so sichtbar.
00:00:48: In dieser Reihenform hat mich sehr begeistert als ich sie kennengelernt und mal das erste Mal gesprochen habe.
00:00:54: schon auf ihren LinkedInbeiträgen merkt man dass richtig da ist etwas mehr dahinter und was mich heute besonders interessiert ist ihr Weg also von der klassischen Verwaltungslaufbahn in eine Spitzenfunktion etwas was sich ja vielleicht auch jeder wünscht.
00:01:09: da werden wir auch auf den Zahn fühlen wie man sowas schafft.
00:01:12: so eine tolle Karriere aber Aber auch die Frage nach innerer Haltung.
00:01:15: Ihr wisst, das ist mein Lieblingsthema Coaching Persönlichkeitsentwicklung konkret in Führung und Verwaltungskultur zu etablieren – und es kann eben nicht jeder!
00:01:24: Herzlichen Willkommen, Margarita Bühning-Fiesel in meinem Podcast Let's Start!
00:01:29: Ja vielen Dank, dass Sie mich eingeladen haben.
00:01:30: liebe Frau Bosch
00:01:32: Ich bin total gespannt wie ihr Werdegang war.
00:01:35: Sie haben ja ganz normal als Referentin in der Behörde angefangen und sind jetzt Präsidentin.
00:01:41: Das ist natürlich eine unglaubliche Karriere.
00:01:45: Also ich habe nicht in dieser Behörde als Referentin angefangen.
00:01:47: Ich hab als Referentin an einem Verlag angefangen, dem AID Info-Dienst der als Zuwendungsempfänger aber schon in diesem Ressort hängen das heißt seit Jahrzehntausend.
00:01:56: eins habe ich mit allen Ministerinnen und Ministern dieses Ressorts zusammengearbeitet also Ernährung Landwirtschaft.
00:02:02: Das war immer mein Thema.
00:02:04: Aber dieser Verlag wurde eben Anfang Zwanzig siebzehn in diese Behörden integriert.
00:02:09: Und als sich mit diesem aufgelösten Verlag und all meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern reingekommen bin und mir damals jemand gesagt hätte oder mich gefragt hätte, könnten Sie sich auch vorstellen hier Präsidentin der BLE zu werden?
00:02:23: Hätte ich glaube ich dank abgewogen und gesagt ah nee das traue ich mir noch nicht zu.
00:02:28: Oder das trau' ich mir nicht zu?
00:02:30: Ich habe dann sechs Jahre lang als Abteilungsleiterin, also für diesen Verlag wurde unter anderem eine neue Abteilung Bundeszentrum für Ernährung eingerichtet.
00:02:38: Ich hab dann sechs jahrelang als Abteilungsleiterin dieses Bundeszentrum für Ernährung geleitet und die BLE dabei kennen und schätzen gelernt vor allem in einem sehr guten Zusammenspiel im engen Austausch mit dem damaligen Präsidenten.
00:02:51: denn ausgesprochen vielfältige Behörde und was mich hier in der BLE immer wieder besonders begeistert, das sind die vielen engagierten hoch motivierten Menschen.
00:03:00: Die für ihre Themen, für Ernährung, für Landwirtschaft, für ländliche Räume, für Fischerei brennen und die wirklich Freude an ihrer Arbeit haben.
00:03:09: Und ich habe natürlich im Jahr zweizehnt zwanzig siebzehn dann auch weil ich ja schon bis dahin viel gelernt hatte viele Veränderungen auch im Miteinander der damaligen Leitungs-Ebene angestoßen.
00:03:20: Ich kam ja von außen, ich habe dann gesagt, können wir das so?
00:03:24: Müssen wir das machen?
00:03:25: Hat dir das immer so gemacht?
00:03:26: Können wir dich was anderes
00:03:27: machen?".
00:03:28: Ich hab mit meiner neuen Abteilung zum Beispiel einen Organisationsentwicklungs- und Teambuildingprozess angestoßend.
00:03:35: Und durch das, was ich da gemacht habe, habe ich eine andere Abteilungen neugierig gemacht.
00:03:39: Ach interessant!
00:03:40: Organisationsentwicklung... Wir machen das auch mal.
00:03:45: Als ich dann Ende zweiundzwanzig war der Fragestand, wenn sie sich vorstellen Präsidentin zu werden.
00:03:52: Da habe ich zwar kurz geschluckt und nachgedacht ob ich mir das wirklich zutraue aber ich hatte ja letztlich in fünfundzwantzig Jahren also bis heute sind es fünfund zwanzig Jahre Leitungs- und Führungserfahrungen hatte Ich.
00:04:04: dass nenne ich immer mein Methoden und Kompetenz Rucksack.
00:04:07: Ich hatte so einen gut gefüllten Rucksacks.
00:04:09: auch in den jahren Der BLE ist dieser rucksack weitergefüllt worden Und der hilft mir jetzt noch täglich dabei, die aktuellen Herausforderungen zu meistern.
00:04:20: Also das war so das eine.
00:04:21: ich habe geschluckt und überlegt aber was mir auch immer in meinem Leben passiert sind dass an solchen entscheidenden Zeitpunkten auch bei dieser Frage können sich vorstellen Präsidentin zu werden da gab es immer Menschen Die mir gesagt haben du schaffst das?
00:04:35: Du kannst das und dann bin Ich letztlich meinen Bauchgefühl gefolgt im Sinne Ja so dieser Haltung, ich kann das.
00:04:43: Ich traue mir das zu?
00:04:44: Ich muss das nur noch lernen!
00:04:46: Also das ist glaube ich ganz wichtig dass man ob man das wirklich kann erst weiß wenn man es macht.
00:04:53: und mit dieser Haltung bin ich dann in die BLE Präsidentschaft reingegangen
00:04:59: Dass sie diesen Mut immer wieder hatten auch Dinge anzusprechen konstruktiv anzusprechen dass sie auch Sichtbarkeit hatten bei entscheidenden Personen unter eben nicht mitgeschwommen sind.
00:05:11: Ich sage immer so, wir sind oftmals in der Behörde und es ist oft mal so dass viele wie die Sonnenblümchen die Köpfchen recken nach da wo es irgendwie gerade interessant ist aber das man dann trotzdem nicht den Mut verliert und sagt ach ich sehe da was und wollen sie das hören?
00:05:24: und das kombiniert und das finde ich so erstaunlich bei ihnen wirklich kombinierend mit der Fähigkeit Da werde ich nicht müde, das immer wieder zu sagen mit der Fähigkeit.
00:05:35: Das auch konstruktiv einzubringen, weil es reicht nicht dass man Dinge sieht Es reicht auch nicht, dass man mutig ist wenn man sich im Kopf und Kragen redet.
00:05:43: Ich habe das alles ausprobiert!
00:05:44: Ich weiß wie sich das anfühlt Nichts schön Vielleicht, dass Sie nochmal ein bisschen erzählen Wie genau sie das gemacht haben.
00:05:52: Also wo haben sie diese Fähigkeiten eingesetzt?
00:05:55: Vor allen Dingen wenn sie vorgesetzt hatten, das ist ja oftmals gar nicht so leicht.
00:05:59: Also
00:06:01: ich habe auch viele Fehler gemacht, also ich hab lange gebraucht.
00:06:05: Ich bin ja Ende zwei Tausend Eins habe ich meine erste Führungsposition übernommen als Geschäftsführervorstand dieses Verlages.
00:06:11: da bin ich von der Mitarbeiterin zur Chefin geworden Von rund siebzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Und dann habe ich lange Gebraucht mich von meiner fachlichen Arbeit zu trennen und wirklich in diese Führungsverantwortung zu gehen.
00:06:23: Also ich hab da viele Dinge gemacht wo ich im Nachhinein Rückblick ins sage oh Gott was hast du da gemacht?
00:06:29: Wirklich einige Schleifen gedreht.
00:06:31: Ich denke, ich hätte einiges anders machen müssen und ich glaube das braucht man auch diese Lernerfahrungen.
00:06:39: was hat geklappt?
00:06:40: Und ich lasse mich immer wieder beraten und motivieren.
00:06:45: und wir hatten Ende Jahrzehnte, dann einen Organisationsentwicklungsprozess und da habe ich unglaublich viel gelernt.
00:06:55: In dieser Zeit, in diesen sechzehn Jahren als Geschäftsführer Vorstand dann schon zu sagen ich bin sattelfest in Sachen Führung und Organisationsentwicklung.
00:07:03: Und dieser Rucksack hat mir dann auch geholfen in der Behörde mit dem damaligen Leitungsteam, gut umzugehen und mich auch einzubringen.
00:07:17: Nicht indem ich gesagt habe, das ist komisch und es läuft falsch, sondern ich hab sehr konkrete Vorschläge wie wir was machen können und wie wir etwas auf den Weg bringen können?
00:07:29: Das ist sehr interessant dass sie konkrete Vorschräge gemacht haben weil das ist oft ein Punkt.
00:07:35: Ich sage immer gute Ideen zu haben in der Verwaltung kann gefährlich sein wenn man nicht weiß wie man's richtig adressiert.
00:07:41: Und da Sie jetzt auch vom Fach sind also sie kennen sich ja auch mit So, kleinen Tools sehr gut aus.
00:07:48: Jemand anders würde schon gar nicht verstehen worauf ich hinaus will aber Sie wissen was ich worauf Ich hinaus will können sie es wirklich ganz konkret machen?
00:07:55: also muss nicht unbedingt mit Beispiel sein Aber sehr gerne mit aber Ganz konkret machen wie wenn Sie jetzt unseren zuhörenden Tipp geben müssten man hat eine gute Idee Wie stellen Sie's da?
00:08:07: Ich habe ne gute Idee und alle müssen das toll finden oder ist der aufs Detail kommt an?
00:08:13: Also erst mal, also das sind so meine Erfahrungen als Abteilungsleiterin in der Behörde gewesen.
00:08:17: Erstmal ist es wichtig überhaupt erstmal den Mut zu haben Dinge hinterfragend und anzusprechen auch wenn es unbequem ist.
00:08:24: da hatte ich dann die Erfahrung gemacht.
00:08:25: ja wir sind schon auf Unverständnis gestoßen aber fragen sie auch nochmal nach vielleicht hören die Verantwortlichen hier auf Sie Und das habe ich dann einfach gemacht und meint bis dann zu sagen, wir gehen mal auf die Meta-Ebene.
00:08:40: Wir gehen vom Fachlichen weg und schauen uns an wie arbeiten wir denn hier zusammen?
00:08:45: Wie wollen wir zusammenarbeiten?
00:08:46: oder dass man spiegelt und sagt ich beschreibe Ihnen jetzt mal, wie etwas bei einer Mitarbeiterin angekommen ist.
00:08:52: also das habe ich immer wieder mit meinen Vorgesetzten gemacht, dass ich so versucht habe das neutral und sachlich zu spiegeln und zu beschreiben Und dann aber auch eben wie gesagt mit konkreten Vorschlägen und Ideen anzukommen, wie man Besprechungen anders gestalten kann.
00:09:08: Wie man Leitungsklausuren anders dann auch durchführen kann.
00:09:16: Das ist sehr wichtig und dazu braucht es eben, wie Sie auch schon richtig sagten, methodische Kompetenzen zur Gestaltung von Gruppenprozessen.
00:09:24: Auch zur Lösung von Konflikten.
00:09:25: also ich mich sehr damit auseinandergesetzt wenn ich ein Team habe was einen Konflikt hat Wie gehe ich da mit oben?
00:09:32: Wie spreche ich das an?
00:09:33: Wie begleite ich das?
00:09:34: oder auch kleine Tools um Workshops mit großen oder kleinen Gruppen zu machen?
00:09:39: Und was glaube ich ganz wichtig ist so in dieser Haltung einmal das Fehler großartige Lernchancen sind, was mal schiefgegangen ist.
00:09:46: Kann man super analysieren?
00:09:47: Okay wie schaffen wir das denn?
00:09:49: dass wir uns besser weiterentwickeln?
00:09:52: oder ich habe auch gelernt, dass das Konflikte wenn man es richtig bearbeitet ein enormes Potenzial haben für Weiterentwicklung und Zusammenarbeit.
00:10:01: also ich glaube das Ziel ist nicht unbedingt.
00:10:03: man bringt etwas vor und man erwartet dass sofort alle begeistert sind.
00:10:07: nein ich glaub
00:10:08: das ist der Kern.
00:10:09: richtig hab ich das.
00:10:09: können Sie da noch mal reingehen.
00:10:11: Was bei mir ganz am Anfang, als ich die zehntzigzehn, elf, zwölf anfing diese Orgahentwicklung im Verlag zu machen.
00:10:17: Was für mich ein totales Aha-Lebnis war.
00:10:20: was das Haus der vier Zimmer von Claas Janssen?
00:10:22: also da geht es darum wie reagieren Menschen wenn einen Veränderungsprozess eine Veränderung auf sie zukommt?
00:10:29: Die erste Reaktion von Menschen die sich an ihrem Schreibtisch in ihren Verhältnissen eingerichtet haben Wenn Sie's auch nicht gut finden aber Sie wissen wie es von A nach B geht, mit wem sie zu tun haben und haben sich darauf eingestellt.
00:10:42: Und wenn ich jetzt sage wir verändern etwas, die Teams, die Strukturen, die Organisationen dann sind Menschen immer erst mal verunsichert leugnen das erst mal und dann sind sie so im Keller der Unsicherheit.
00:10:58: Und dann braucht es eine gute Begleitung, damit Sie da auch wieder rauskommen in die neue Struktur, in die Neueorganisationen.
00:11:06: Ich habe gelernt, dass es kein Fehler der Führung ist, dass Menschen verunsichtfert sind in solchen Prozessen denn es ist neuronal gesehen völlig normal, in neuen Strukturen erstmal verunsichert sind, bis sie dann gemeinsam an einer neuen Struktur arbeiten.
00:11:27: Man muss die Menschen natürlich gut mitnehmen und das was ich tun kann als Führungskraft oder als Facilitator – das kann ich gleich auch nochmal mehr beschreiben – ist dass die Menschen nicht zu lange in dieser Unsicherheit verharren und auch nicht so tief im Keller sind.
00:11:40: also das habe ich wirklich total verinnerlicht.
00:11:43: und von den damaligen Akteurinnen und Akteuren Wenn ich denen sage, sitzt du wieder im Keller dann haben die dieses Bild mit den vier Zimmern vor Augen.
00:11:50: Das finde ich so faszinierend dass es so bestimmte Methoden oder Tools gibt, die diese wunderbar Dinge erklären können.
00:11:58: und ich hab's hier bei mir hinten an der Wand hängen dieses Vierzimmerhaus.
00:12:04: Wenn irgendwas kommt, dann stellen wir uns davor und sagen wo bist du gerade?
00:12:08: Bist du im Keller oder vielleicht noch tiefer.
00:12:10: Und wie kann ich dir helfen da wieder herauszukommen?
00:12:13: oder was kann ich tun?
00:12:14: Das ist total faszinierend!
00:12:17: Spannend!
00:12:17: Also erstens kannte ich auch nicht.
00:12:19: Ich lerne ja immer was bei meinen Gästen, also ich kann jedem nur raten ein Podcast zu starten und einfach über die Dinge zu sprechen, die dich interessieren.
00:12:27: Dann kriegst du ganz viel raus Und vor allen Dingen macht das auch total Spaß es aus der Praxis zu hören.
00:12:32: Wir verlinken das für Zimmerhaus.
00:12:34: Manchmal traut man sich ja nicht Aus seiner Amtsrolle wenn man jetzt auch einen prall gefüllten Rucksack hat so wie sie so schnell in diese Facilitator Rolle zu switchen, gerade wenn man sie repräsentieren ja auch eine Behörde.
00:12:50: Sie können jetzt nicht irgendwie gegenüberfragen vor allen Dingen, wenn es die gleiche Ebene ist wie können Sie diesen Rollen-Flow?
00:12:57: Wie kriegen Sie den hin?
00:12:59: Eine ziemliche Herausforderung.
00:13:02: Ich habe ja mit meiner Abteilung damals Organisationsentwicklungsprozesse gemacht, da hatte ich einen externen Begleiter ein externen Facilitator weil sowas kann und sollte man nicht alleine moderieren.
00:13:13: aber ich hab viele kleinere Prozesse moderiert oder auch Open Space Workshops mit meiner abteilung gemacht Und das ist schon eine Herausforderung zu überlegen.
00:13:23: Bin ich jetzt der neutrale Facilitator, der Prozessbegleiter oder sage ich etwas mit dem Hut der Präsidentin?
00:13:29: Da ist es ganz wichtig wenn man etwas sagt auch klar zu sagen Jetzt bin ich Moderatoren und jetzt bin ich Präsidentin.
00:13:36: also das muss man klar trennen und ich überlege sehr gut welche Prozesse ich selber moderiere und welche Prozesse ich erfahrenen Prozessbegleitern, Facilitatoren überlasse.
00:13:48: Und dann wirklich in meiner Rolle als Präsidentin Teilnehmerin bin und mit einbezogen werde aber nicht selber den Moderationsgutaufhaber.
00:13:56: Also das ist ein Schiff der sehr herausfordernd ist.
00:14:01: Aber das hat auch was mit der Art und Weise zu tun, was Facilitation überhaupt ist.
00:14:06: Oder ich bezeichne mich sehr überzeugt als Facilitator weil Faciltation mehr als nur eine Mederationsmethode die Menschen oder Gruppen bei Prozessen und Entwicklungen helft sondern Facillitation ist auch ne Denk- und Lebensschule Werte hat, die sich auf das gesamte Leben anwenden lassen.
00:14:25: Also ich würde schon sagen es klingt jetzt ein bisschen esoterisch aber Facilitation hat schon mein Leben verändert und mir auch den Mut gegeben große Herausforderungen wie diese aktuelle Position als Präsidentin anzunehmen.
00:14:37: Und das Spannende dabei ist, deswegen finde ich dass es auch so hervorragend zu uns in der Verwaltung passt.
00:14:43: Einmal lädt Facilitation Menschen dazu ein gemeinsame Dialogprozesse zu machen miteinander reden und zuhören sich wirklich wertschätzend und aufmerksam zuhörn.
00:14:54: Das habe ich natürlich auch von einem ersten Tag an in der Behörde als Abteilungsleiterin in der BLE gemacht und vorgelegt und dann wurde so neugierig geguckt was macht denn dieser bunte Vogel da in unserer Verwaltung?
00:15:06: dann ist Facilitation aber auch ein Handwerk, bei dem es um bestimmte Werkzeuge geht.
00:15:11: Das ist mir immer ganz wichtig Partizipation und ein gutes Miteinander ermöglichen.
00:15:16: Ich frage immer jeden nach seinem Beitrag.
00:15:20: Ein Facilitator bringt eben auch Prozess- und Methodenkompetenz ein, um Entwicklungen gut zu begleiten.
00:15:26: Und Facilitation ist eine ganz wichtige Führungskompetenz und ich würde sagen jede Führungskraft sollte auch ein guter Facilitater sein.
00:15:34: Deswegen konnte ich in meiner Zeit hier in der BLE als Abteilungsleiterin meinen Präsidenten davon überzeugen, dass ich dieses professionelle Facilitatakorikulum über drei Jahre hinweg dann auch durchführe als diensliche Fortbildungen weil ganz viel mitgenommen, ganz viel gelernt habe was ich auch hier in die Behörde einbringen konnte.
00:15:55: spannend, dass sie das so auf den Punkt bringen mit einem Begriff.
00:16:00: Extrem spannend weil ich bisher immer nur viel höre von New Work und Design Thinking usw.
00:16:08: Und da hat mir immer etwas gefehlt.
00:16:10: aber dann kann man jetzt tausend über Methoden sprechen.
00:16:13: deswegen wäre es mir noch mal wichtig mit ihnen auch an die zuhörenden Gerichte zu sagen weil viele sind hier in der Community haben schon ganz viel gemacht Und sie haben ja auch schon viel gemacht.
00:16:26: Es gibt nicht das eine, richtig?
00:16:28: Ja es sind ja alles Aspekte von einem großen Ganzen und dann landet man tatsächlich bei dieser Haltung und ich bin dankbar dass Sie das Wort esoterisch ausgesprochen haben.
00:16:36: Das heißt mal doch Dorit bei dir ist ein bisschen esoterische.
00:16:40: wo ich so sage Kann man so sehen, aber ich würde ehrlich gesagt nicht eine Führungskultur der Komplette esoterik überlassen.
00:16:47: Da tun wir uns keinen Gefallen mit, sondern mal genau hinschauen wie arbeiten wir denn miteinander und das ist nicht esoterisch?
00:16:54: Was raten Sie denn jemandem, der schon dreizehntausend Fortbildungen gemacht hat, aber immer noch Startschwierigkeiten hat?
00:17:00: oder muss man jetzt auch noch Facilitator sein als vorgesetzt oder kann man einfach nur mal loslegen?
00:17:07: Also ich denke schon dass man einfach loslegen kann um Erfahrungen zu sammeln, weil Facilitation oder diese Methodik sind auch immer wieder iterative Schleifen und ich kann das gleich noch ein bisschen mehr ausführen.
00:17:19: Es ist auch immer wichtig dass Systemen was man verändern will muss man mitnehmen.
00:17:24: also Ich habe ja von meinen ersten Fehlern am Anfang meiner Führungslaufbahn gesprochen, auf die Idee zu kommen.
00:17:32: Die Struktur einer Organisation sich mal eben auszudenken und zu sagen okay so ist eure neue Struktur das funktioniert nicht sondern das ganze System muss mit in den Raum genommen werden.
00:17:41: es hilft nicht nur die Leitungsebene mit irgendwelchen externen Beratern zusammen was ausdenken zu lassen und das auszurollen.
00:17:48: dass funktioniert nicht.
00:17:49: also was wirklich ein ganz entscheidender Erfolgsfaktor ist mit in den Raum nehmen und mitnehmen.
00:17:58: Oder bei einer Behörde von tausend achthundert Menschen ist es eben ein Querschnitt des Systems, also das ist so dieses wie ich das auch konkret umsetze im Alltag.
00:18:07: aber nochmal auf die Frage vorhin zurückzukommen Ich habe auf der einen Seite natürlich verschiedene Methoden.
00:18:12: jeder kennt World Cafe Open Space Celebrating Structures Das sind ganz viele Toolboxes Aber die entsprechende Haltung.
00:18:21: Ich brauche das entsprechende Mindset, um es auch einzusetzen.
00:18:26: Also ich muss überlegen was tut dieser Gruppe an Menschen jetzt gut?
00:18:31: Was bringt sie gut weiter?
00:18:33: und dann überlegen welches Tool nicht?
00:18:35: Ich plane jetzt einen Open Space und das funktioniert irgendwie sondern man muss es wirklich so von einer Grundhaltung wie kann ich diesen Prozess gut unterstützen von Anfang an immer geholfen hat, ist das System in den Raum zu holen.
00:18:50: Mein Verlag hatte siebzig-achtzig Mitarbeiter.
00:18:52: meine Abteilung hatte glaube ich auch so achtzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter also bis zu hundert Menschen in einen Raum zuholen.
00:18:59: wir haben dann eine große Halle gemietet oder hier die Kantine.
00:19:02: bei uns passt auch Hundert Menschen.
00:19:04: mit hundert menschen im großen Räumen kann man noch gut arbeiten aber bei tausend achthundert Menschen ist es ein bisschen schwierig.
00:19:10: Und deswegen gibt es auch Möglichkeiten, wie man einen solchen Blick ins System gestalten kann.
00:19:16: Das eine ist zum Beispiel eine Resonanz oder Pilotgruppe zu einer Fragestellung zu bilden.
00:19:21: Das heißt, man nimmt Vertreterinnen und Vertretern horizontal aus allen Bereichen der Organisation und vertikal alle Hierarchie-Ebenen.
00:19:29: D.h.,
00:19:29: der Abteilungsleiter sitzt da dann mit der Referentin zusammen Und diese Gruppen arbeiten gut mit zehn, fünfzehn Menschen.
00:19:43: Also ich versuche dann immer einen guten Querschnitt des Systems zu bilden und mit einer solchen Pilotgruppe habe ich zum Beispiel die nächste Mitarbeiterbefragung, die in Kürze starten wird entwickelt.
00:19:55: Wir haben mehrere Sitzungen gehabt, haben alle Blöcke durchgesprochen und das ganze System quasi saß mit am Tisch.
00:20:01: was sich auch als ganzes System hier in der BLE in den Blick nehme sind die Führungskräfte Und zwar nicht nur die Abteilungs- und Gruppenleitungen, die früher immer die Leitungsklausuren irgendwo extern angemacht haben.
00:20:13: Sondern zum Führungssystem der BLE gehören für mich auch die Referatsleitenden dazu.
00:20:17: Das heißt, die Abteilungs-, die Gruppen- und die Referatlleitungen zusammen sind gut hundert Menschen.
00:20:22: das ist sie da so meine gute Größe und mit denen mache ich jetzt seit mittlerweile drei Jahren.
00:20:28: im September ist die nächste Runde Großgruppenveranstaltungen.
00:20:31: Das heisst entweder rund Hundert Leute bei uns hier in der Kantine Oder ein halbes Jahr später mache ich auch noch mal digitale Zwischentreffen, weil ich habe ja auch die Außenstellenleiter aus Hamburg und München.
00:20:43: Und Berlin-Verratsleiter sitzen auch da und kommen einmal im Jahr alle zusammen zwei halbe Tage.
00:20:51: Das sind dann.
00:20:52: bislang waren es extern moderierte Führungstreffen.
00:20:55: Jetzt das erste Mal mit einer Pilotgruppe aus dem System vorbereitetes selbst.
00:21:02: begleitetes Fügungstreffen.
00:21:04: Da bin ich schon ein bisschen aufgeregt, weil das sehr spannend wird.
00:21:07: aber ja... Ich bin sehr gespannt es wird auf jeden Fall gut werden.
00:21:11: Wow!
00:21:13: Ja das ist wenn ich jetzt mal versuche eine Standortbestimmung zu machen wo wir jetzt im Staat stehen.
00:21:20: Der Staat ist natürlich heterogenisch.
00:21:21: Es gibt viele Menschen aber wenn man eine standortbestimmungen macht dass was sie Ja, das ist schon so in Reihenform wie ich es mir wirklich erträumen würde.
00:21:34: Weil ich glaube auch der Output ist dann einfach ein ganz anderer.
00:21:37: Wir sprechen ja viel von Krise im Staat und Verwaltung usw.
00:21:41: Da kommen wir gleich noch mal drauf.
00:21:43: aber von der Standortbestimmung her... In der Tat, also für alle die das irgendwie noch ein Geheimnis finden.
00:21:48: Sie haben es ja auch ausgesprochen tatsächlich werden Organisationsprozesse top down gemacht.
00:21:54: Ich bin ja schon froh wenn irgendwie das Ganze aus dem Haus noch mitgedacht wird und nicht nur extern.
00:21:59: ich bin auch schon frohe Wenn einigermaßen repräsentativ aus den Organikramen dann die verschiedenen Ebenen mitgenommen werden.
00:22:08: Dann kommt ja auch oft Ja muss ich denn jetzt jeden mitnehmen?
00:22:10: Nein aber du brauchst jede Perspektive.
00:22:12: Es geht nicht darum Jeden mitzunehmen.
00:22:16: Und ich glaube, dieses jeden Mitnehmen ... Da hatten wir das auch mit Katrin Hirsalland dazu in ihrem Podcast.
00:22:23: Mit jedem Mitnehmen hat auch was Überwältiges.
00:22:26: Sie sind jetzt relativ geübt und leicht darin große Prozesse zu steuern.
00:22:31: Das sind ja ... Sie nennen Zahlen von Menschen.
00:22:33: da brauchen sie schon sehr viel Rückgrat.
00:22:36: Sie brauchen sehr viel gut gepackten Rucksack um so eine Dynamik hundert Menschen in ihrer Dynamik Themen, die sie da einbringen wollen auch wirklich gut durchzubringen.
00:22:46: Auch mit Unterstützung.
00:22:47: Also da muss man schon als Mensch wirklich stehen können und wir sind aber oft so ein bisschen ja das machen wir bilateral und es ja und das geht einfach nicht.
00:22:59: Wir müssen uns trauen diesen Schritt zu machen und uns diese Aufgabe zu stellen und sie tun das.
00:23:06: Sie haben dieses Rückgrat, sie haben diese Persönlichkeit und das finde ich so vorbildlich.
00:23:11: Ich denke, dass wird auch noch öfter jetzt gemacht werden.
00:23:16: Ich bin so dankbar, dass Sie das heute erzählen.
00:23:18: Das können Sie sich gar nicht vorstellen weil ich habe geneuligt es beim für den Fokus ein Interview gegeben.
00:23:24: vielleicht ist er dann auch schon raus wenn wir hier sprechen und die haben mich ja gefühlt Weil sie hat das gar nicht verstanden haben was ich meinte.
00:23:30: Was meinen Sie denn damit?
00:23:31: Wir müssen das anders organisieren hab ich gemeint.
00:23:33: Ja Prozesse, Gestaltungsprozesse die sehr komplex sind müssen wir anders gestalten.
00:23:41: Und bis man dorthin kommt wo sie jetzt sind das ist ein Weg.
00:23:44: aber wie kann man anfangen?
00:23:46: Ich wollte jetzt auch keinen falschen Eindruck entstehen lassen, dass das alles so easy going läuft.
00:23:51: Im letzten Jahr nach der großen Führungsveranstaltung hat sich kurze Zeit auch das Gefühl... Oh Gott!
00:23:56: Das ist mir jetzt um die Ohren gefallen weil es um die ohren geflogen war.
00:23:59: Weil es so viele Irritationen gab und es gab einen riesigen Dokument wo alle ihre Bedenken geäußert haben.
00:24:06: also das positive war immer Es ist gut, dass wir alle zusammenkommen, dass Wir gemeinsam an unseren Themen arbeiten aber das und das Und das ging doch gar nicht mal an und denke okay, was kann ich denn tun damit Dinge noch besser?
00:24:18: Noch stimmiger werden mit der Entscheidung dass sich jetzt sage ok wir moderieren das selber.
00:24:23: Es gibt eine Pilotgruppe aus dem Führungssystem und wir machen Befragungen.
00:24:27: Wir versuchen wirklich.
00:24:29: Was brauchen wir Ende September?
00:24:31: An welchen Themen wollen wir arbeiten?
00:24:33: Was bringt ihr ein?
00:24:34: Wir machen es komplett intern.
00:24:35: Aber so im ersten Moment nach dieser Runde Und nach dem Feedback dachte ich du lieber Himmel Hilfe funktioniert das also?
00:24:42: Also das ist so wichtig, immer wieder aus Dingen die nicht gut laufen zu lernen und sozusagen... Was können wir denn tun, damit es noch besser läuft?
00:24:51: Also dieser Ansatz der, das ist für dieses schönes Wort wertschätzenden Erkundung erstmal zu fragen.
00:24:56: Was läuft denn gut?
00:24:57: Was war den Gut und was können wir tun, dass etwas noch besserläuft?
00:25:01: Das ist so eine schöne Grundhaltung weil die Menschen fragen ja meistens, was ist schief gegangen, was funktioniert nicht
00:25:06: usw.,
00:25:06: dann sitzen alle auch im Keller sondern sie sagen Ja aber es gibt doch gute Entwicklungen, gute Dinge.
00:25:12: Und wenn ich mir das angucke, was muss sich denn tun um Dinge auch noch zu verbessern.
00:25:17: Und das ist eines von diesen vielen Tools, die ich eben auch nutze um mit Konflikten und Widerigkeiten und Hindernissen umzugehen.
00:25:29: Zum Kleingedrucken dieser Arbeit gehört tatsächlich wie Sie sagen weil es so neu ist wenn man tatsächlich mal Raum öffnet.
00:25:37: Wir haben ja im Vorgespräch auch gesprochen.
00:25:39: Es geht um Raumöffnen also dass die Leute wirklich in Raum haben, überhaupt was zu sagen.
00:25:44: Genau.
00:25:44: Die Gefahr
00:25:44: besteht dann... Es ist so ein bisschen wie wenn etwas verstopft ist irgendwo.
00:25:48: Dann kommt erstmal alles raus und zwar ungefiltert!
00:25:51: Und das ist der Moment wo wir aufgeben in unseren Systemen weil selbst wenn sich mal einer traut zu sagen okay ich probiere es jetzt mal deswegen ist schon gut mal anfangen aber bitte holt euch jemandem an die Seite der was davon versteht er auch für euch da ist wenn ihr das probiert weil das ist überwältigend Aber genau das ist sondern einfach weitermachen und dann den Prozess, wie Sie sagen, strukturieren.
00:26:15: Ihr müsst nicht alles allein lösen nur weil ihr diesen Reinigungseffekt herbeiführt diese Katasis.
00:26:21: ja das ist ja alles raus.
00:26:23: lest es mal nach Katasis.
00:26:26: Aber ich rede auch immer mit den Zuhörern nicht, dass sie sich jetzt wundern.
00:26:30: Ich meine jetzt nichts.
00:26:33: Diese Katase sondern holt euch wirklich Hilfe und schaut vor allen Dingen nach was genau der nächste Schritt ist und dann organisiert ihn so wie Sie das gerade erzählt haben.
00:26:43: Aber was auch ganz wichtig ist auch ich erzähle ja offen, dass auch ich mir persönlich Hilfe hole.
00:26:48: Nach dieser Frage können Sie sich vorstellen Präsidentin zu werden habe ich mir privat einen persönlichen Coach organisiert, mit der ich dann gearbeitet habe und die auch jetzt immer noch wenn ich merke oh das ist ein Konflikt.
00:27:02: Und wie gehe ich damit um?
00:27:04: Mit schwierigen Personalkonstellationen.
00:27:06: Dann ist es wichtig sozusagen ja ich hab mir da auch Hilfe geholt weil ich da Unterstützung brauchte.
00:27:11: also dass das ist mir ganz ganz wichtig.
00:27:13: oder wir haben hier in der BLE eine ausgesprochen gute Sozialberatung, die für die Mitarbeiter da ist.
00:27:19: Die ich auch für Teamentwicklungen nutze und das ist sehr wertvoll und hilfreich so jemanden an der Begleitung zu haben.
00:27:27: also zu sagen Ich kann das ganz alleine.
00:27:29: Ich brauche keine Hilfe.
00:27:30: Das stimmt nicht.
00:27:32: Und Sozialberatungen sind dafür ausgebildet.
00:27:35: Also ich habe selbst mal die eine in Anspruch nehmen müssen, ich war wirklich total positiv überrascht, sie sind dafür ausgebildet.
00:27:43: Ja Frauen oft ja das stimmt aber wir nutzen das gar nicht weil ich denke wenn ich mir so Organigramme anschaue diese Art von Arbeit findet ja gar keinen Plätzchen im Organigrammen.
00:27:53: es gibt ja selten ein Referat oder eine Abteilung die so heißt leider Aber da ist tatsächlich ein Anfang.
00:28:00: Ja, aber sie haben ja auch mit Silke Deppmeyer gesprochen und so viel ich weiß.
00:28:03: Haben die hier auch so Kirschnitz-Metodenteams?
00:28:05: Die andere Gruppen unterstützen... Und das finde ich also diesen Austausch.
00:28:11: Also Sie hatten mit Katrin Hieseland gesprochen mit Silky Deppmaier.
00:28:13: Das sind ja auch Frauen in meinem Netzwerk der Behördenleiterinnen.
00:28:17: Wir Frauen haben ein starkes Netzwerk gebildet.
00:28:20: Das fing irgendwann an nach einer Fortbildung bei der BAKÖF.
00:28:23: Ich find es so großartig dieses Netzwerk zu haben, auch hier gegenseitig sich um Hilfe zu.
00:28:29: Also ich war bei einer Führungsklausur, einer anderen Behörde eingeladen um zu erzählen was ich so mache und sich da auszutauschen.
00:28:37: Ich finde diesen Austausch wie andere es machen im Behördenumfeld total inspirierend und auch ganz wichtig dass man eben nicht das Gefühl hat oh Gott ich stehe hier ganz alleine mit meinen Herausforderungen sondern auch zu sagen Wie macht ihr das denn?
00:28:51: Welche Lösungen habt ihr?
00:28:52: Wie können wir voneinander lernen?
00:28:54: Ja, diese kollegiale Fallberatung.
00:28:56: Ich habe auch das Gefühl, dass
00:28:57: es
00:28:57: immer mehr... Also wenn ich zum Beispiel so große Prozesse steuere – ich war jetzt bei der Staatsanwaltschaft in Berlin oder so – dann versuche ich auch tatsächlich in den verschiedenen Strukturen Menschen zu finden die sich gegenseitig unterstützen weil man das gar nicht alles selber machen kann.
00:29:16: und zu dem Thema Coach fand ich auch ganz interessant warum sie sich einen Coach geholt haben Das weiß ich jetzt, dass viele Führungskräfte Coaches haben.
00:29:26: Aber oft mit der Intention wie kann ich sichtbarer werden?
00:29:28: Wie kann ich Karriere machen und so weiter ist nicht verwerflich also ist völlig in Ordnung habe ich auch schon ausprobiert aber mit der intention reinzugehen wie kann Ich da einen positiven impact aufs system haben?
00:29:40: Und ich will nicht sagen das sich das ausschließt aber hat doch noch mal was anderes.
00:29:44: ja und das hat mir gerade sehr imponiert.
00:29:48: Natürlich stellt sich dann auch die Frage, wie kann ich denn diese tolle bunte vielfältige Behörde BLE auch nach außen hin gut repräsentieren und wie kann Ich die Bläh mit ihren tollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch in eine gute Zukunft führen.
00:30:02: Also das ist ja auch meine Intention und wichtig ist dass die Aufgabe einer guten Führungskraft her ist ein Umfeld zu schaffen, indem Menschen eine gute Arbeit machen können Und es geht ja darum den Menschen zu ermöglichen besser zu werden und wirksamer zu werden.
00:30:17: Also das ist ja letztlich eine Dienstleistung, eine diente Aufgabe als Führungskraft für solch einer Organisation verantwortlich zu sein.
00:30:26: Es geht dabei nicht um mich sondern es geht darum Gelegenheiten zu schaffen und wenn es dann Prozesse gibt die von alleine laufen und ich gar nicht mehr gebraucht werde ist das großartig.
00:30:37: Das ist die Haltung von der wir sprachen also wirklich diese dientende Haltung Jetzt wenn wir uns vorstellen, dass mehr Menschen so wie sie diese dienen Haltung einnehmen und es ist wirklich gar kein Urteil darüber das andere nicht machen.
00:30:50: Aber man kann von so einem System auch schnell in der Dynamik verschluckt werden und es braucht wirklich sehr viel persönlichen Einsatz und Engagement.
00:30:58: Diese dienende Haltung die ich im Staat überall sehe und ich behaupte einfach mal, dass wirklich jeder mit dieser Haltung auch ins System kommt aber System haben ihr Eigenleben und diese Haltung zu bewahren wenn sie Systeme vielleicht einen auf eine andere Fährte fühlen und ein Konkurrenzkämpfer hat, Durchsetzungsprobleme.
00:31:17: Dass man dann nicht verfällt und sagt nein ich bleibe bei dieser Haltung.
00:31:21: was glauben Sie denn was passieren würde?
00:31:23: Wenn mehr Menschen bewusst diese Haltung einnehmen?
00:31:28: also Ich glaube dass die Menschen in ihrem Miteinander Teil davon profitieren würden.
00:31:34: es wird ein anderes miteinander geben.
00:31:36: Und ich habe ein Beispiel weil ich lasse mich ja immer von Menschen Denkschulen inspirieren und ich habe gesehen, dass sie auch mit Bodo Jansen gesprochen haben.
00:31:46: Also ich bewundere ihn!
00:31:48: Ich hab die Stille Revolution gesehen, ich hab die stelle Revolution und andere solcher Ansätze für so einen Workshop mit Führungskräften genutzt, hab den das gezeigt.
00:31:59: Die Reaktion war dann auch, das ist ja ganz schön.
00:32:01: Aber bei uns geht es nicht und ich habe mit Begeisterung die neue Führung gelesen, das Buch von ihm und das hat mich sehr inspiriert und solche Inspirationen gebe ich auch in meine Führungsklassuren rein.
00:32:12: also ich hab so eine interne Wiki-Seite wo ich alles was sich zum Thema Führungen und Methoden finde auch für alle führungskräfte lesbare Einstelle hier.
00:32:21: Ich habe wieder einen tollen Artikel gefunden.
00:32:23: guckt euch das mal an.
00:32:24: ganz spannend Also als Inspirationshäppchen.
00:32:26: Das können Sie nutzen oder auch nicht, aber ich stelle es zur Verfügung.
00:32:30: Und eine ganz spannende These die Bodo Janssen in diesem Buch ausgeführt hat ist ob Unternehmen oder Organisationen wie die Blé in Ihrem Handeln und Wirken auch Mittel zum Zweck sein können um Menschen zu stärken?
00:32:43: Und so diese Frage ist die Blè ein Ort an dem Menschen auch gestärkt werden können.
00:32:48: Er hat einen Satz.
00:32:48: den habe ich dann auch zitiert und hab gefragt was sagt er dazu?
00:32:52: Dieser Satz, ich bin als Führungskraft nicht verantwortlich dafür, dass es meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gut geht.
00:32:59: Zufriedenheit kann kein Führungsziel sein.
00:33:02: Es geht nicht um zufriedene Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter, sondern das Ziel der Führungen müssen starke selbstbewusste Begeisterte und resiliente Mitarbeiterin und Mitarbeiter sein.
00:33:13: Also wie schaffe ich jetzt die BLE-Mitarbeiter selbstbewusst begeistert?
00:33:17: resilient und stark zu machen.
00:33:19: Und das hat total resoniert, das fand ich ganz toll!
00:33:24: Dann Topt Janssen das auch noch und sagt, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter es schaffen.
00:33:28: Auch die Herausforderungen und Widerigkeiten in einer Organisation also wir haben Personalkürzungen, Budget-Kurzungen ist wirklich sehr herausfordernd im Moment.
00:33:40: Und wenn solche Herausforderungen als Möglichkeit erkannt werden dass Menschen sich weiterentwickeln, dass sie sich sehr bewusst dafür entscheiden trotz dieser Herausforderung und Wirklichkeiten aktiv und engagiert dabei zu sein und eben nicht in die innere Kündigung zu gehen.
00:33:57: Dann ist es toll, deswegen kann ich das nur unterschreiben wenn Ziel von Führung sein muss Menschen von einer Abhängigkeit wo auch immer in die Eigenverantwortung zu führen.
00:34:07: Und im Facilitation gibt es diese Aussage.
00:34:09: letztlich ist auf jedem Stuhl eine Führungskraft.
00:34:12: Und wenn es auch nur um die Selbstführung geht, also so ein ganz andere Haltung zum Thema Führungen und wichtig ist dass man dann den Menschen auch sagen muss dazu gehört auch Selbsterkenntnis und zu jeder Veränderung gehört auch immer Selbstveränderung und dazu müssen Menschen bereit sein.
00:34:27: das kann ich nicht bewirken sondern die Bereitschaft muss dann auch da sein und das fand ich toll.
00:34:35: wenn man sich mal vorstellt dieses Imagine solche Strömungen auch in Verwaltung zu haben, könnte ganz viel passieren.
00:34:46: Ja wir haben ja diese Strömung in Verwandlung.
00:34:48: das ist der Grund warum ich so unermüdlich Interviews gebe Podcast-Wacherfestivals organisiere weil ich die sichtbar machen möchte.
00:34:56: Und dann fragt man mich oft, was ist denn da die Vision?
00:35:00: Können wir nicht alle dazu beitragen?
00:35:01: Könne ich eine Powerpoint dazumachen?
00:35:03: Könnt ihr nicht alle reinarbeiten?
00:35:05: Nein.
00:35:06: Das können wir nicht und das werde ich auch nicht tun.
00:35:08: Ich werde es euch nicht so einfach machen!
00:35:11: Ich glaube, das Bild entsteht erst wenn man sich zugehörig fühlt.
00:35:15: Es ist ein Gefühl und nur weil man es nicht sehen kann ein Gefühl ist heißt es nicht dass es dich da ist.
00:35:19: Man kann ja auch den Gerichen die man nicht sieht.
00:35:22: Es gibt Elektrizität die unsichtbar ist aber man sieht trotzdem dass die Lampe glüht.
00:35:27: ich glaube wir dürfen uns darauf verlassen dass diese Zugehörigkeit und dass sie uns gegenseitig zugehört fühlen dass das einen Grad Messer dafür ist dass es funktioniert und ich wünsche mir dass Menschen sich in diesem Staat auch der Verwaltung zugehören fühlen und nicht einfach uns als Gegner sehen, sondern eben als Mitstreiterinnen und Mitstreitern in der Herausforderung des Lebens.
00:35:48: Was auch immer sie tun mit dem Staat oder wo auch immer Sie Berührungen haben weil ich glaube da wird ein ganz anderer Staat heraus kommen wenn wir so arbeiten und leben.
00:35:56: Und wir zum Beispiel... Wir hatten jetzt ein kurzes Vorgespräch.
00:35:59: Wir haben uns vor einem halben Jahr auf LinkedIn gesehen locker eine halbe Stunde, eine Stunde.
00:36:06: Wir können glaube ich auch ganze Tage miteinander verbringen weil dieses Zugehörigkeitsgefühl da ist vertraut wirklich diesem Gefühl wenn ihr merkt das passt einfach.
00:36:15: Das passt
00:36:16: also.
00:36:17: Ich spreche ja auch Menschen aus der Verwaltung an Wenn ich zum Beispiel solche Podcasts höre.
00:36:22: es gibt ja noch den anderen Podcast Proud to be the Public Sector Da habe ich das Gespräch mit Wolfgang Armecke gehört BMOKN war und jetzt in der Agentur quasi Zeit verbringt.
00:36:38: Und den habe ich auch einfach angeschrieben, wir haben lange Videokonferenz gemacht.
00:36:42: Also dieser Austausch mit like-minded people ist glaube ich ganz wichtig.
00:36:48: Herrmann war bei meinem ersten Festival und ich merke dass diese Menschen die sich so verbunden fühlen da ist ja schon diese Bewegung da.
00:36:56: es ist ja schön sichtbar.
00:36:58: das ist etwas was ich sehr positiv empfinde.
00:37:01: Was macht Ihnen denn Hoffnung für unseren Staat, für unsere Gesellschaft?
00:37:05: Weil viele sind jetzt sehr dystopisch unterwegs.
00:37:08: Also Hoffnung macht mir in der Tat unter anderem die Modernisierungsagenda des Bundesministeriums für Digitalisierung und Staatsmodernisierung, die ich sehr aufmerksam gelesen habe aus der Ich auch vielfältig zitiere also nicht nur zum Thema Digitalisierung oder Bürokratieabbau sondern ich hab mir auch sehr Aufmerksam das Kapitel über Personal- und Führung angeschaut und hab gelesen dass die Bundesregierung Ihr Personalmanagement zum Erreichen der ganzen Ziele, die hier an der Agenda beschrieben werden noch zukunftsfähiger moderner und serviceorientierter ausrichten möchte.
00:37:39: Und besonders gefreut weil ich mich damit auch persönlich bestätigt gefühlt habe hat dass Führungskreifte befähigt werden sollen, eine moderne Führungs- und Fehlerkultur vorzuleben ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wirksam zu führen.
00:37:52: Und Veränderungen ressortübergreifend zu gestalten weil dieses ressort übergreifend ist ja auch noch ne Herausforderung man mag es ja kaum glauben aber auch das ist jetzt ziemlich anstrengend zu einem verbindenden Thema dann auch wirklich die Ressorts zusammenzubringen.
00:38:07: deswegen habe ich das auch zitiert und hab gesagt Ja da fühle Ich mich bestätigt da denke ich dass sich auf dem richtigen Weg.
00:38:13: denn Was man aber auch dazu sagen muss, das ganze braucht Zeit.
00:38:17: Das Ganze braucht Geduld denn Veränderung verlangt Menschen immer auch einiges ab.
00:38:22: also Veränderungen bedeutet auch immer Selbstveränderung und Menschen möchten halt ungern ihre gewohnten Bahnen und Strukturen verlieren.
00:38:28: stichwort Haus der vierzimmer.
00:38:32: Und da ist es dann wirklich wichtig als Führungskraft den Raum zu halten und auch zu sagen ja ich weiß dass es anstrengend Ja das ist nicht schön Ich finde das auch nicht schön.
00:38:43: Also wir haben jetzt durch diese ganzen Personal- und Stellenkürzungen wirklich dreistellige Zahlen an Menschen, denen ich allen sagen muss.
00:38:50: Ihre befürchtete Stelle wird nicht verlängert.
00:38:52: also die gehen dann wirklich in größeren Gruppen Und Ich habe ein Format eingeführt Blee InSight.
00:38:58: Wir Haben Ein Videokonferenz System wo ich bis zu tausend Leute zuschalten kann.
00:39:02: da waren dann ich glaube achthundert dabei und hab Dann eine Stunde lang mit meiner inneren Kommunikationsstelle fragt Die Präsidentin gemacht Fragt alles, was ihr fragen wollt.
00:39:14: Und es waren so viele Fragen, dass ich das ganze eine Stunde lang gemacht habe und dann drei Wochen später die restlichen Fragen nochmal in einer Stunde.
00:39:20: Also mir ist es wichtig einfach da zu sein, präsent zu sein und zu sagen Das und das und das ist Fakt.
00:39:26: Daran kann nichts ändern aber wir müssen gucken, dass wird es so gut wie möglich gestalten und ich hab da wirklich auch mich um die unbequemen Fragen nicht herum gedrückt sondern habe einfach versucht persönlich Rede und Antwort zu stehen.
00:39:39: Vielen Dank für dieses sehr plastische Beispiel von Hoffnung.
00:39:43: Dass man nicht einfach so ganz abstrakt, sondern wirklich ganz konkret, wo Sie Ihre Hoffnungen darauf legen, dass sie sich da bestätigt fühlen und wie Sie das auch selber umsetzen?
00:39:52: Großartig!
00:39:53: Ich glaube auch, dass es in die richtige Richtung geht.
00:39:56: Wir müssen nur geduldig sein und jeder seine Beitrag leisten.
00:39:59: Genau.
00:40:00: Und die Vernetzung ist wichtig und darüber reden ist wichtig.
00:40:02: von daher... Hat es mich sehr gefreut, dass wir hier die Gelegenheit hatten, dass ich das einfach mal erzählen durfte.
00:40:08: Vielen Dank!
00:40:09: Sehr gerne und ich hoffe, dass noch viele zuhören uns sie dann anschreiben und sich von ihnen Tipps holen und dass sie noch in viele Podcasts eingeladen werden.
00:40:17: Ich glaube, es gibt inzwischen so viele Podcast über Verwaltung.
00:40:20: Das freut mich auch weil als ich anfing war ich fast die einzige, die kein Fachpodcast gemacht hat.
00:40:25: Vielen dank für das Gespräch und ich wünsche sehr viel Erfolg bei der Veranstaltung.
00:40:29: Ich drücke die Daumen aber ich bin sicher Sie wird großartig Und das war es bei Letz Start, Inspiration aus dem Staatsapparat mit Durit Bosch.
00:40:42: Schreibt mir gerne und abonniert diesen Kanal damit ihr keine Folge verpasst!
00:40:47: Letz start.
00:40:48: viel Spaß bei der Umsetzung.
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